MAG. CHARLOTTE
KOZUH-SCHNEEBERGER

AHS-Lehrerin, Konflikt- und Mobbingberaterin, Psychosoziale- Beratung/ Lebens- und Sozialberatung in Ausbildung unter Supervision

Charlotte Kozuh-Schneeberger ist verheiratet und Mutter zweier Töchter. Sie studierte zunächst Psychologie und Pädagogik, da diese aber zu wenig Praxisnähe boten, wechselte sie zum Lehramtsstudium und schloss diese mit den Fächern Psychologie und Philosophie ab. Im Laufe der Jahre und in Anbetracht der allgegenwärtigen und starken Präsenz von Mobbing beschloss sie ihren beruflichen Schwerpunkt in diesen Bereich zu legen. Sie absolvierte ein Lehrgang zur Konflikt- und Mobbingberaterin, welcher zur Zeit mit einem Studium der Beratungswissenschaften und Sozialem Management erweitert wird.

"Mobbing gab es immer schon, wie verheerend die Folgen ausfallen können wurde allerdings erst in der jüngeren Vergangenheit erforscht. Das tägliche Leid, das bei Mobbing entsteht, ist enorm groß.

Die Energie, die dabei von allen Beteiligten sinnlos verbraucht wird, wird zwangsläufig aus dem schulischen Bereich abgezogen, wo sie aber durch die wachsenden Anforderungen, mit denen Schüler und Schülerinnen täglich konfrontiert werden, dringend notwendig wäre. 

Viel weitreichender und schwerwiegender sind allerdings die weniger offensichtlichen Folgen. Es kommt unweigerlich zum (stark) verminderten Selbstwertgefühl, die Betroffenen erleben einen erheblichen Verlust der Selbstbestimmung, was in vielen Fällen langfristig eine sogenannte erlernte Hilflosigkeitzur Folge hat. Solche Erfahrungen prägen die Persönlichkeitsstruktur maßgeblich und der Habitus wird dauerhaft verändert. Was das für die individuelle Entwicklung und in weiterer Folge für die persönliche Laufbahn bedeuten kann, wird gerne und oft unterschätzt. Hinzukommen körperliche Beschwerden und psychosomatische Erkrankungen als Langzeitfolgen.

 

Im Zeitalter der Digitalisierung und unter den Rahmenbedingungen einer Leistungsgesellschaft bleibt die Förderung der sozialen Kompetenzen und damit das Erlernen eines würdevollen Miteinanders oft auf der Strecke. Durch den allgegenwärtigen Leistungsdruck in der Schule und das Konkurrenzdenken, was damit automatisch hervorgerufen wird, entsteht oft eine negative Gruppendynamik, in der das Recht des Stärkeren regiert. Dass dabei viele unter die Räder kommen, liegt in der Natur der Sache. Umso wichtiger ist es, sich diesem Phänomen bewusst zu werden und ihm professionell zu begegnen. Da Schule und Lehrer*innen einerseits die Verantwortung für ihre Schüler*innen tragen und andererseits eine enorme Vorbildwirkung haben, ist es wichtig, dass sie auf dem Gebiet die notwendige Unterstützung bekommen. Zu oft erlebte ich, dass Lehrkräfte, mangels fehlender Ausbildung, dem Phänomen hilflos gegenüber standen, weil ihnen Wissen und Handlungsoptionen fehlten.

Daher habe ich beschlossen, mich auf die Unterstützung derer zu konzentrieren, die für eine Schule eintreten, in der unsere Kinder physisch wie psychisch wachsen und gedeihen können."